Reiseimpressionen Januar 2003

Hotel Mangrove Bay / Al-Qusair
Glücklich, dass alle Gepäckstücke mit uns gemeinsam das Flughafengebäude verlassen konnten ( nach all dem üblichen Chaos in Hurghada) kamen wir nach ca. 2,5 bis 3 Autostunden und ca. 170 km südlicher am Hotel Mangrove Bay an. Nachdem wir mit dem Transferbulli von der Hauptstraße abbogen und auf einer Sandpiste in Richtung Hotel die letzten Meter unserer Anreise zurücklegten, wurden beim Anblick des kargen "Empfangsgebäudes" die Gesichter unserer Reisegruppe doch etwas länger. Was erwartet uns hier an dieser so abgeschiedenen Stelle am Rand der Wüste? Nach dem wir die Anmeldeformalitäten erledigt hatten, wurden wir aber mit einem wunderbaren Blick von der Rezeption aus über die Hotelbucht und die in Richtung Westen gelegene Bergkette bei untergehender Sonne entschädigt.

Die Hotelanlage ist nicht besonders groß. Ca. 90 Doppelzimmer stehen den Reisenden zur Verfügung. Die Zimmer sind, wie es so schön heißt, zweckmäßig eingerichtet und sehr sauber. Die Außenanlagen sind recht ansprechend und die Lage einzelner Bungalowreihen in direkter Nähe zum Strand ist einfach super. Man sollte jedoch darauf achten, nicht in unmittelbarer Nähe des Stromgenerators (dieser läuft 24 Std.) untergebracht zu werden, da dessen Lärmpegel schon recht hoch sein kann. Das Essen war gut, aber wohl aufgrund der geringen Belegung der Anlage, nicht sonderlich abwechselungsreich. Rindfleisch, Hühnchen und Fisch standen täglich auf dem Speiseplan. Das Personal war außerordentlich freundlich und immer zu Späßen aufgelegt. Animation wurde während unserer Zeit nicht angeboten, wurde aber von uns auch nicht vermisst. Mit einigen Anstrengungen gab es hin und wieder auch mal eine Wasserpfeife. Abwechselung bietet gegebenenfalls eine Fahrt in das rd. 30 Minuten entfernte Al-Qusair oder eine Fahrt nach Luxor, sofern man den Wucher- Preis von 95 € für diesen Ausflug nicht scheut. Der Sandstrand an der Bucht bietet aber auch die Möglichkeit, beim Blick auf die dort wachsenden Mangroven und die Bergketten , ins Träumen zu geraten.
Noch ein Tipp zur Anreise:
Es sollte versucht werden, von der Bundesrepublik aus einen Direktflug nach Marsa Alam zu bekommen. Wir flogen von Paderborn/Lippstadt zunächst nach München. Dort musste dann ein neuer Flieger bestiegen werden, der uns nach Hurghada brachte. Daran schloss sich dann noch der lange Transfer an. Von Marsa Alam aus ist man bereits nach etwa 30 bis 45 Minuten im Hotel.
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Rambo, der Basisesel |
Der Bootsanleger |
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Der Strand am Hotel |
Bootsanleger vom Boot aus gesehen |
Aber ich will hier
nicht einen Hotelführer schreiben oder das Restaurant mit Sternen versehen.
Nein, ich bzw. wir wollten
TAUCHEN !

Die Basis steht unter der Leitung des Ägypters Essam Hassan. Seine guten Kenntnisse unserer Sprache gestaltete die Anmeldung unkompliziert. Logbuch, Brevet und die Gültigkeit der tauchärztliche Bescheinigung wurden von Ihm eingesehen und kontrolliert. Es folgte eine ausführliche Einweisung in den Ablauf des Basisbetriebes und der wohl gemeinte Ratschlag, doch aufgrund der Reisestrapazen am kommenden Tag zunächst nur im Hausriff zu tauchen, um sich hierbei an die neue Umgebung, die für uns ungewohnten Aluflaschen und die dadurch erforderliche neue Bleimenge zu gewöhnen. Da das Hausriff meines Erachtens einfach nur super ist, waren wir am kommenden Tag sehr gespannt auf unseren ersten Tauchgang. Zunächst trugen wir uns an der Basis für diesen Tauchgang ein. Rambo, der Basisesel (er hat 4 Beine !) beförderte unsere Ausrüstung in der Zwischenzeit zum Bootsanleger. Die dort befindlichen Mitarbeiter von Essam waren dann beim aufrödeln behilflich. Und es konnte losgehen. Einfach nur super !! Die Sichtweiten können zu dieser Jahreszeit teilweise etwas schlecht sein. Aber was will man meckern bei rd. 23-24 Grad Wassertemperatur und einer Sicht von rd. 15-20 Metern. In Hemmoor wollte ich jetzt nicht ins Wasser (obwohl ich einen Trocki mein Eigen nennen kann). Die Nachttauchgänge werden von der Basis ebenfalls vom Hausriffs aus an bestimmten Wochentagen angeboten. Diese beginnen nach einer kurzen Einweisung zu dieser Jahreszeit gegen 18°° Uhr, sind aufgrund der Bestimmungen der dortigen Marine auf die Dauer von 45 Minuten und eine Tauchtiefe von 10 Metern begrenzt. Die Tiefe ist o.k. Die Tauchzeit aber nicht. Es geht so schnell rum. Am Einstieg wurde unter einem Boot ein Blitzer zur besseren Orientierung angebracht und ein Crew-Mitglied warte am Steg auf das Ende unseres Tauchganges.
Es war einfach nur grandios, was man in dieser Zeit alles zu sehen bekam. Tauchkumpel Axel, der wie ich, schon so manchen Tauchgang im Roten Meer absolvierte, kam nach dem Tauchgang nicht aus dem Schwärmen raus. Er hatte hier wohl seinen besten Nachttauchgang gehabt. Sepias, Glasgarnelen, Drachenköpfe, Muränen, Langusten, Blaupunktrochen .........
Das Boot, mit dem wir in den folgenden Tagen auf Tour waren, machte äußerlich einen sehr gepflegten Eindruck. Es verfügte über Funk, Sauerstoff und Notfallkoffer. Die Crew war ausgesprochen hilfreich vor den jeweiligen Tauchgängen. Aufgrund der guten Wetterverhältnisse waren Fahrten zu Riffen möglich, die bei schlechterer See nicht ohne weiteres angefahren werden. So konnten wir am ersten "Bootstag" die südlichsten Riffe (von der Basis aus gesehen) wie Erg Malik und Torfa Tany anfahren. Leider waren meine Frau und ich mal wieder nicht auf der richtigen Tiefe und konnten uns nicht an einer Seekuh und einem Hai erfreuen. Nun, irgendwann haben auch wir mal Glück. Besonders erfreulich war für mich aber dann doch noch die Tatsache, dass ich bei allen Tauchgängen keine Dornenkronen gesehen habe. Diese Lebewesen hasse ich wie die Pest. Die folgenden Bootstauchgänge waren ebenfalls spitze. Da das Hotel zu dieser Zeit nicht voll ausgebucht war, war das Boot mit ca. 10-12 Personen nicht überfüllt. Es ergab sich sogar, dass an einem Tag nur unsere Minigruppe von 5 Leuten plus Guide Norman mit dem Kahn rausfuhren. Angenehmer kann es für die Teilnehmer, die Crew und den Tauchguide nicht sein.
Insgesamt gesehen kann ich für mich sagen, dass sich dieser Kurzurlaub absolut gelohnt hat. Das Wetter war super, die Basis gut geführt, die Tauchspots klasse, das Hotel für meine Begriffe war o.k. Man sollte sich jedoch vor Beginn der Taucherei über die Preise der Tauchgänge informieren und die Gesamtkosten im Blick behalten. So bezahlten wir für 4 Hausrifftauchgänge ( incl. einem Nachttauchgang und einem Tauchgang vom Zodiak aus) und 8 Bootstauchgängen 244 Euro. Die Preiskalkulation ist nicht genau nachvollziehbar, da die Bootstauchgänge und die Tauchgänge im Hausriff fast preislich identisch sind.

Über Lob,
Anregungen oder sonstige Hinweise würde ich mich sehr freuen.
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