Im März und April 2001 habe ich in Hemmoor einen Lehrgang für das Kreislaufgerät Dräger-Ray besucht.
Hier ein paar kurze Infos.
Voraussetzung für das Tauchen mit Kreislaufgeräten ist zunächst die Teilnahme und der erfolgreiche Abschluss eines NITROX-Kurses und der Besuch eines gesonderten Seminars zur Schulung auf dem jeweiligen Gerät.
Ich möchte keine Organisation bevorzugen oder für eine bestimmte Tauchschule oder Firma die Werbetrommel drehen, aber die Dive-Station Hemmoor bzw. Ihre Inhaber waren bei der Kursgestaltung (2 komplette Wochenenden) sehr flexibel und brachten den Unterrichtsstoff super rüber. Es gab auf jede Frage auch eine schlüssige und verständliche Antwort.
Und `ne Menge Spaß mit Bio-Tomaten :-)
Jeder Mensch hat bereits bei seiner Geburt die ersten Atemzüge Nitrox eingeatmet, da Nitrox nichts anderes ist als Luft in dem Verhältnis von rd. 21 % Sauerstoff zu rd. 79 % Stickstoff. Der Begriff Nitrox ist eine Kombination aus den Wörtern Nitrogen (Stickstoff) und Oxygen (Sauerstoff).
Nitrox wird bereits seit über 30 Jahren in der kommerziellen, militärischen und wissenschaftlichen Taucherei verwendet und hatte seinen Ursprung zu Tauchzwecken bereits im Jahre 1912.
Die NOAA (National Oceanic & Atmospheric Administration-USA) hat vor etwa 30 Jahren die Forschung auf diesem Gebiet wieder aufgenommen und 1979 fundierte Tabellen für die Benutzung von 2 Standardgemischen herausgegeben. Diese Gemische werden als EAN 32 bzw. EAN 36 bezeichnet (EAN steht für : Enriched Air Nitrox und 32 bzw. 36 für den jeweiligen Sauerstoffanteil).
Die Vorteile von NITROX wurden uns deutlich gemacht wie u.a. :
Längere Nullzeiten
Weniger Deko-Stress
Längere Nullzeiten bei Wiederholungstauchgängen
Kürzere Oberflächenpausen
Sicheres Tauchen bei der Verwendung von Presslufttabellen und Computern
Vermindertes Risiko eines Tiefenrausches
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Aber auch die Risiken, die denen beim Tauchen mit Pressluft ähnlich sind :
Dekompressionskrankheit
Verletzungen
Überschreiten der Sauerstoff-Zeit und Druckgrenzen
(Tauchtiefe max. für EAN 32 39 Meter und für EAN 36 33 Meter)
Sauerstoffintoleranz
Leichtsinn
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Die im Unterricht behandelten Themen (Basic NITROX-Kurs von IANTD) sind für den Gebrauch von NITROX unerlässlich. Die Auffrischung des Themas "Partialdruck" oder anderer physikalischer oder medizinischer Gesetzmäßigkeiten sind äußerst wichtig für den Umgang mit den für uns"neuen" Atemgasgemischen. Es ist zu empfehlen, sich mit dem Unterrichtsstoff schon ein paar Tage vor Lehrgangsbeginn zu beschäftigen.
(Hinweis: diese Ausbildung erlaubt Dir das Tauchen mit Gemischen von 32 bzw. 36 % Sauerstoffanteil).
Nachdem wir diesen Ausbildungsabschnitt abgeschlossen hatten, waren mein Tauchpartner und ich gespannt auf das dann folgende Wochenende.
Es sollte endlich mit den Kreislaufgeräten ins Wasser gehen. Hätten wir uns doch bloß hierfür den Hochsommer ausgesucht.
- 5 Grad Wassertemperatur-
Im Rahmen dieses auf das Dolphin der Firma Dräger ausgerichteten Kurses von RAB (Rebreather Advisory Board e.V.) erfolgte zunächst die gründliche Erläuterung der Funktionsweise eines Kreislaufgerätes mit seinen erheblichen Vorteilen gegenüber den offenen Systemen:
Stille (da fast keine Blasenabgabe)
Längere Tauchzeiten
Leichtes und komfortables Tauchsystem
Die Vorteile des NITROX
Geringere Dehydrierung (z.B. kein trockener Mund)
Warme Einatemluft
Ferner wurde nochmals intensiv auf die Eigenschaften von NITROX eingegangen, die genaue Tauchgangsplanung besprochen, der Umgang mit Tauchtabellen geübt und der Zusammenbau und die Überprüfung des Kreislaufgerätes mehrfach besprochen und am eigenen Gerät vorgenommen .
Drei Dinge kristallisierten sich schon bald für uns heraus:
1.
Es ist unerlässlich, eine genaue Tauchgangsplanung durchzuführen. Hier ist u.a. die vorgesehene Tiefe, die zu erwartende körperliche Anstrengung, das Atemgasgemisch und die Auswahl der entsprechenden Konstantdosierung zu berücksichtigen. Ferner sind Grundzeiten, Flaschenvorrat, Standzeit des Atemkalks, erlaubter Partialdruck, maximale Einsatztiefe etc. zu ermitteln. Vor jedem Tauchgang sollte ein entsprechendes Datenblatt erstellt werden.
2.
Der genaue Zusammenbau des Gerätes und die Durchführung bestimmter Prüfungen sind vor, während und nach dem Tauchgang unerlässlich und benötigen mehr Zeit als bei einem Presslufttauchgerät. Die gelernten Schritte sollten trotzdem auf keinen Fall vergessen bzw. unterlassen werden.
3.
Der Umstieg auf ein Kreislaufgerät ist m.E. zu vergleichen mit dem Wechsel von einer Mofa auf ein Auto. Es ist erforderlich unter Begleitung - im Rahmen dieses Kurses - das Tauchen mit diesem Gerät zu lernen . Einige Dinge sind grundlegend anders als bei einem offenen System. Hierzu zählt u.a. die Tarierung. Es ist nämlich nicht mehr möglich, dies mit den Lungen durchzuführen.
Man sollte niemals dem Drängen eines Freundes oder Bekannten, der keine Ausbildung in der oben beschriebenen Weise erfahren hat, nachgeben und Ihm so ein Gerät auf den Rücken schnallen und ins Wasser gehen. Dies wäre unverantwortlich und gegebenenfalls tödlich.
Hier die Beurteilung meiner ersten Tauchgänge mit einem Kreislaufgerät:
1. Tg.
Hölle
2. Tg.
Scheiße, aber schon etwas besser
3. Tg.
Endlich stimmt meine Bleimenge
4. Tg.

Nur GEIL !!