Thailand April 2008

Khao Lak und Similan-Insel

 

 

Nach dem Studium etlicher Reisekataloge kamen wir zu dem Entschluß, in diesem Jahr unseren Jahresurlaub in Thailand zu verbringen. Wir hatten uns für die Bungalowanlage Gerd + Noi in Khao Lak entschlossen. Bei einem Reisepreis von rd. 1.050 €uro/Person für zwei Wochen Unterkunft, Frühstück, Transfers einschließlich diverser Flüge schon fast ein Schnäppchen.

Als Tauchrevier kamen hier natürlich die Similan-Inseln, die etwa 60 km vor der Küste von Khao Lak liegen, in Frage. Aber hierzu nachfolgend mehr.

 

Alles in allem haben wir hier zwei wunderschöne Wochen verbracht die wir nicht so schnell vergessen werden. An –und Abreise ziehen sich aber schrecklich in die Länge. Rund 24 Stunden dauert es, bis die Füße auf thailändischen Boden gesetzt werden können. In Anbetracht dieser Zeiten und dem Klimawechsel sollten, wenn möglich, drei Wochen Urlaub zur Erholung eingeplant werden.

 

Die Bungalowanlage hat ein sehr familiäres Flair.  Klein, überschaubar und mit viel Liebe angelegt. Blumenfreunde kommen voll auf ihre Kosten. Die Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet, Strom und Wasser waren immer verfügbar. Radio und Fernsehen fehlen jedoch - was wir als sehr angenehm empfunden haben. Trockenräume für Tauchzubehör fehlen indes. Täglich gab es noch kostenlos 2 Flaschen Trinkwasser. Diesen Service empfanden wir bei Temperaturen von über 33 Grad als sehr gut.

Das kleine palmgedeckte Restaurante wirkt sehr urig und liefert schmackhaftes Essen. Das Frühstück ist jedoch nicht sehr abwechselungsreich gewesen und die männliche Bedienung wirkte teilweise sehr unmotiviert (lag wohl an der Saison).

Der angrenzende naturbelassene Strand „verleitet“ zu langen und wunderschönen Spaziergängen. Händler wie z.B. in der Türkei oder Marokko sucht man zum Glück vergebens.

Am Strand wird man aber auch immer wieder an die schreckliche Tsunami-Katastrophe vom 26.12.2004 erinnert. Hinterbliebene haben an der eine oder anderen Palme Bilder ihrer verschollenen Freunde oder Familienangehörigen befestigt. Diese Bilder und die dort niedergeschriebenen Gedanken haben uns immer wieder sehr erschüttert.

Die Einheimischen haben hier und an anderen Orten große Verluste zu beklagen gehabt. Bedenkt man, dass „unsere“ Anlage schon nach einem Jahr wieder aufgebaut worden war, haben hier auch sehr viele Menschen geholfen zumindest das materielle Leid zu verringern.

Abgesehen von diesen negativen Ereignissen im Jahre 2004 sollte man es auf keinen Fall versäumen, seinen Tagesabschluß am Strand mit einem leckeren Essen und einen traumhaften Sonnenuntergang zu begehen.

Dem Essen könnte aber auch  noch eine Massage direkt am  Strand vorausgehen.

 

Der Ort bzw. Bereich von Khao Lak bietet, was Geschäfte anbetrifft, fast alles. Supermärkte, Schneider, Brillenfachgeschäfte, Gaststätten, Apotheken, Gerümpelläden etc. Die Preise, zumindest für Essen und Getränke, sind unglaublich niedrig. So bezahlten wir am Strand für Essen und Getränke für zwei Personen etwa 270 Bath, das sind etwa 5 €uro. Wobei direkt im Ort auch Preise von 10 bis 15 €uro erreicht werden können. Der Fisch wird abgewogen und entsprechend abgerechnet. Das Essen war überall super. Nebenbei: Magenbeschwerden hatte keiner von uns während des Aufenthaltes.

 

Nun zum Tauchen:

Die 8 Tage Tauchen an den Similan-Inseln hatten wir als Paket direkt in Deutschland beim Reiseveranstalter gebucht. 530 €uro wurden pro Person bezahlt für Transfer zum Hafen Thab Lamu, Überfahrt im Speedboot, Verpflegung, Getränke wie Wasser, Tee, Kaffee sowie zwei Tauchgänge und Rückfahrt. Der Preis mag im ersten Moment hoch erscheinen bedenkt man aber, dass allein die Speedboote für den Transport rd. 250 Liter Treibstoff durchblasen, relativiert sich die Sache schon wieder. Zu den o.g. Kosten kommen aber noch pro Tag etwa 12 €uro staatliche Gebühren für das Tauchen und den „Eintritt“ in den Nationalpark.

Ein Int-Adapter kostete z.B. 3 €uro pro Tag, eine 15 Ltr. Flasche etwa 6 €uro. Somit hatten wir mit zwei Personen noch „Nebenkosten“ von 260 €uro zu tragen. Nitrox ist für entsprechend ausgebildeten Taucher frei.

Eine andere und bessere Möglichkeit ist, sich das Tauchpaket in Khao Lak direkt bei einer Tauchbasis zusammenzustellen.  Dies ist wesentlich flexibler. So kann z.B. auch ein Aufenthalt auf dem Safariboot gebucht werden. Vorteil: zusätzliche Tauchgänge pro Tag...........

 

Zum Ablauf:

Gegen halb acht in den Morgenstunden holte uns ein Taxi-LKW von der Bungalow-Anlage ab und transportierte uns zum Hafen Thab Lamu. Fahrzeit etwa 10-15 Minuten. Hier im Hafen erfolgte der Umstieg auf das Speedboot Angel 2. Das Speedboot verfügt nicht über Toiletten - bei einer Fahrzeit von 1,00 bis 1,50 Stunden ein wichtiger Hinweis..................

Die Überfahrt kann –je nach Wetterlage- recht „holprig“ werden.

 

An den Similan-Inseln wird die Angel 1 angefahren. Dies ist ein größeres Safariboot mit der erforderlichen techn. Ausstattung (Kompressor, Ausrüstung, Stromaggregat etc.). Die Leihausrüstungsteile machten einen guten Eindruck. Etliche der Jackets waren neu. Von diesem Boot aus werden die Tauchgänge durchgeführt. Nach Abschluß der Tauchgänge werden die Taucher von der Angel 1 wieder eingesammelt. Zeitbegrenzung je Tauchgang 60 Minuten, Tiefenbegrenzung beim ersten Tauchgang 30 Meter, die weiteren flacher.

Das Schiff verfügt über eine kleine Tauchplattform, zwei Toiletten mit Duschen, Kabinen für Crew und Gäste, ein Sonnendeck und ein „Versammlungsdeck“. Die Küche ist hervorragend, die Crew sehr freundlich und hilfsbereit. Noch nie war das Anziehen der Flossen so leicht..............Ich mußte mich nicht bücken !

Die Tauchgangsbesprechungen waren soweit ok. Da alle Tauchgänge begleitet wurden, mußte man sich keine weiteren Gedanken zur Orientierung machen. Da wir einige Tauchgänge bei starker Strömung gemacht haben war ich über die Begleitung recht froh. Das Mitführen einer Boje sollte trotzdem auch hier in Thailand selbstverständlich sein.

Die Steinformationen der Oberfläche setzten sich unter Wasser fort. Gigantische Steinblöcke liegen hier übereinander, das Tauchen durch die sich gebildeten „Schluchten“ war bei entsprechendem Lichteinfall schon klasse. Der Bewuchs war an diesen Stellen jedoch recht spärlich. Einige Tauchspots weisen auch sehr schöne Korallengärten auf. An etlichen Tauchplätzen konnten riesige Fischschulen bestaunt werden. Die Krönung war jedoch ein Manta am Tauchplatz Koh Bon – einer Insel, die nicht mehr direkt zu den Similans gehört.

 

Insgesamt hat mich der Bereich des Similans etwas enttäuscht. In einschlägigen Berichten taucht diese Inselgruppe immer wieder mit dem Hinweis „gehört zu den 10 weltbesten Tauchspots“ auf. Vor diesem Hintergrund hatte man sich schon im Vorfeld besondere Vorstellungen gemacht und war u.a. schon etwas enttäuscht wenn die Sicht nur 10 bis 20 Meter betrug, Teile der Riffe durch den Tsunami stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren oder der „Fischanteil“ recht mager ausfiel. Die für mich etwas enttäuschenden Tauchbedingungen mögen aber auch an der Jahreszeit, dem Zeitpunkt des Tauchganges oder auch an dem sehr warmen Meer (31° Grad) liegen. Der Crew sowie dem Staff der Basis können keine Vorwürfe gemacht werden da Planung und Ablauf der Tauchgänge fast perfekt waren.

 

Eine kleine Anmerkung an dieser Stelle:

Die Tauchplätze sind teilweise anspruchsvoll. Es kam vor, dass Taucher mit erst 5 oder 6 Tauchgängen an Bord kamen, es gab auch Personen die seit mehreren Jahren nicht mehr getaucht hatten. Dieser Personenkreis muß gesondert an die Hand genommen werden und eine besondere Einweisung erhalten. Checktauchgänge wurden nicht durchgeführt. Ein Amerikaner, der etliche Zeit nicht im Wasser war, erlitt ein sehr übles Maskenbarotrauma (sah aus wie Frankenstein). Bei einer speziellen Einweisung wäre dies eventuell nicht passiert.

 

 

Noch ein Wort zum Schluß:

 

Uns hat dieser Urlaub sehr gefallen. Organisation und Reiseabläufe waren gut. Das Essen war einfach genial, unser Manta war nur geil, die Natur einschließlich der Sonnenuntergänge war toll.

Die Menschen waren freundlich und lieb und wir hatten das Gefühl, das dies auch ehrlich gemeint war.

Und was ich hier -im Gegensatz zu Ägypten- als angenehm empfand war, daß in Thailand auch FRAUEN zum Straßenbild gehörten.

 

PS.:

Genug Speicherkarten einpacken  und, wenn möglich, im April das traditionelle Neujahrsfest erleben………………

 

 

 

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