Mit der M/Y Longimanus zu den Brother Islands -- März 2005
Im Januar 2004 konnten meine Frau und ich am Steg des Hotels Lotus Bay bereits dieses tolle Schiff bewundern. Zu jener Zeit wurden noch die restlichen Arbeiten am Boot durchgeführt und bereitwillig und mit einer gewissen Portion Stolz wurde uns auf Wunsch damals das "Schiffchen" von der Mannschaft gezeigt. Seit dieser Zeit stand auch irgendwie fest, daß einer der kommenden Urlaube auf diesem Boot stattfinden mußte. So entschieden wir uns für eine Woche Lotus Bay und eine Woche M/Y Longimanus mit Ziel Brother Islands. Die Safari begann am 17. März 2005.
Die Woche zuvor war das Wetter in Safaga nicht gerade gut. Starke Sandstürme zwangen die Bootsbesatzungen der Tagestouren teilweise zum Umdrehen. So waren wir uns nicht sicher, wie die zweite Woche werden würde. Nachdem wir am 17. März das Hotel verließen betraten wir mit einer gewissen Aufregung die M/Y Longimanus. Noch nie hatten wir eine Kreuzfahrt bzw. Safari gebucht und hofften, mit dem neuen Bootsalltag zurechtzukommen. Aber das war wirklich kein Problem, nach kurzer Einweisung fühlten wir uns schon recht wohl an Bord. Am Freitag verließen wir dann die Anlegestelle (der letzte Gast war am Vorabend gegen 22.00 Uhr eingetrudelt) und machten uns mit neun Gästen -4 Franzosen, 1 Holländer, 4 Deutsche- auf zu unseren "Trauminseln".
Zu unserem Glück war das eine sehr nette Mischung von Menschen, die sich zu diesem kleinen Abenteuer getroffen hatte. Wir verbrachten miteinander eine sehr angenehme Zeit an Bord. Dies war für uns ein weiterer Grund, sich auf diesem Schiff so richtig wohl zu fühlen. Mit den falschen Leuten kann so eine Woche wahrscheinlich auch recht mies werden.
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Gegen Abend machten wir dann (nach einer relativ ruhigen Fahrt) am kleinen Bruder mit insgesamt 6 Leinen fest. Da konnte man bereits ahnen, was auf uns in den kommenden Tagen zukam. Nach einem supertollen Abendessen gingen wir in die Kajüte, konnten aber vor Aufregung nicht einschlafen. Endlich war es am kommenden Morgen soweit: der 1 Tauchgang stand an. Es war nur genial, innerhalb von 45 Minuten gab es einen Manta, einen Hammerhai, einen Fuchshai, einen Silberspitzenriffhai und unter dem Boot noch einen Grauen Hai zum Abschied. Dieses Riff bzw. diese Rifflandschaft brodelt nur von Fischen, der Bewuchs ist phantastisch. Bei einem weiteren Tauchgang begleitete uns ein Napoleon für rund 10 Minuten. Abstand zu den Tauchern: nur 50 cm - das war einfach nur super.
Die Taucherei ist recht anspruchsvoll (man sollte "seefest" sein). Die Strömungsverhältnisse können im Laufe des Tages wechseln und dazu führen, daß ein Tauchgang anders endet als ursprünglich besprochen. In der Regel werden die Taucher mit Zodiaks abgesetzt. Bei diesen Touren sollte man sich gut festhalten, einen guten bzw. stabilen Magen haben, sich über blaue Flecken nicht ärgern, seine Ausrüstung fest am Mann/Frau haben und nach der Rolle rückwärts schnell abtauchen und dabei seinen Nebenmann nicht rammen.
Man sollte sich auch nicht wundern wo das zweite Zodiak abgeblieben ist. Das ist nicht abgesoffen !!! Sondern es tuckert nur im Wellental zehn Meter entfernt so dahin. Die Zodiaks bleiben an der Oberfläche in der Nähe der Taucher. Die Crew der Longimanus folgt den Luftblasen der Taucher und fischt diese am Ende des Tauchganges wieder aus dem Wasser. Auch das ist eine Sache an die man sich erst gewöhnen muß. Niemand zieht wohl gern bei starkem Wellengang sein Jacket aus und reicht es samt Blei ins Boot. Nach ein paar Tagen bekommt man stramme Waden und dicke Oberarme von diesen Aktionen.
Das Mitführen einer Boje sollte bei dieser Tour für jeden Taucher selbstverständlich sein. Ferner sollte der Taucher bzw. die Taucherin über eine angemessene Anzahl von Tauchgänge und Erfahrung verfügen.
Die M/Y Longimanus ist einfach nur super und jederzeit weiter zu empfehlen. Die Kabinen reichen von der Größe her aus. Der Salon ist bestens ausgestattet. Neben Kaffee, Tee und Wasser stehen Fruchtsäfte den ganzen Tag zur Verfügung. Teilweise wurden nach den Tauchgängen hervorragende Milch-Mix Getränke gereicht. Zuvor konnte man sich aber noch den Longimanus-Bademantel umwerfen um nicht ganz so im Wind zu frieren. Nach dem dritten Tauchgang, so gegen 16.30 Uhr, wurde die Schiffglocke geläutet und zur Teatime gerufen. Gleichzeitig hatte man die Möglichkeit auf einem riesigen Plasmabildschirm Kinovergnügen zu genießen.
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Das Taucherdeck läßt keine Wünsche offen. Großzügig angelegt kommt keine Enge beim Anrödeln auf. Süßwasserduschen zum Reinigen der Ausrüstung sind angebracht. Behälter mit Süßwasser stehen zur Verfügung um Lampen und Fotoausrüstung zu baden. Die Jackets werden eine Woche lang nicht von der Flasche getrennt sondern stehen fest verzurrt auf Bänken ein Deck höher, wo diese auch gefüllt werden. So entfällt die ständige neue Montage. Das Blei wird in separaten Behältern verstaut, die Flossen hinter entsprechenden Bügeln festgeklemmt. Für Lampen gibt es Ablagefächer mit Stromanschluß zum Laden.
Nitrox steht ebenfalls zur Verfügung. Leider nur gegen Aufpreis. Was ich angesichts des Gesamtpreises dieser Safari nicht so recht nachvollziehen kann.
Die Küche bzw. der Koch zaubert ein hervorragendes Essen. Die Mannschaft ist freundlich und hilfsbereit. Der Tauchguide, in diesem Fall Adel, hat uns während dieser Woche sehr nett durch die Wellentäler, Untiefen, Strömungen und Fischschwärme gelotst.
Was die Jahreszeit anbetrifft, ist man gegebenenfalls im Herbst besser aufgehoben. Die Sichtverhältnisse waren hin und wieder nicht so toll. Aber daran hat keiner Schuld gehabt.
Alles in allem ein super toller Urlaub.